UK Weapons of Mass Destruction
In den vergangenen Monaten und vor allem nach meinem Beitrag über das britische und französische Atomwaffenprogramm erreichten mich mehrere e-mails mit Fragen zu britischen Massenvernichtungswaffen. Da das Thema scheinbar doch einige Leute interessiert, will ich einige der Fragen jetzt auch noch einmal hier im Blog beantworten:
Wieviele Atomwaffen hat Großbritannien?
Die exakte Zahl ist unbekannt und variiert, da kontinuerlich alte gegen neue Systeme ausgetauscht werden und dies nicht immer 1:1 geschieht. Allgemein ist von etwa 200 nuklearen und thermonuklearen Sprengköpfen auszugehen, +/- 20. Eine Reduzierung auf maximal 150 Sprengköpfe ist bis 2025 geplant.
Gibt es noch US-amerikanische Atomwaffen in Großbritannien?
Derzeit lagern noch etwa 100 amerikanische Atombomben auf dem Luftwaffenstützpunkt Lakenheath in Suffolk.
Welche Sprengkraft haben die britischen Atombomben?
Allgemein geht man davon aus, das mindestens vier unterschiedliche Typen von Atomsprengköpfen zwischen 0,3 und 100 Kilotonnen existieren.
Wer kann den Befehl zum Einsatz geben?
Das Kommando zum Abschuss der Atomraketen wird offiziell durch den britischen Premierminister erteilt. Der Monarch als Staatsoberhaupt hat hingegen keine Verfügungsgewalt.
Können die Atomwaffen nur mit Hilfe der USA eingesetzt werden?
Nein, das britische Atomwaffenprogramm ist komplett eigenständig. Zwar nutzt Großbritannien die Trident Atomraketen aus einem gemeinsamen Pool mit den USA, die Sprengköpfe und U-Boote sind jedoch komplett britisch und die USA haben keinen Einfluss auf den Einsatz der Waffen.
Werden die britischen Atomwaffen tatsächlich in einfachen LKW transportiert?
Der Transport zwischen der Basis Coulport und der Atomwaffenfabrik in Aldermaston erfolgt in der Tat per LKW. Hierbei handelt sich um gepanzerte Spezialfahrzeuge die immer in Konvois mit Sicherheitsfahrzeugen und Hubschraubern unterwegs sind.
Sind die Einsatzpläne britischer Atom-U-Boote mit Frankreich und den USA abgesprochen?
Nach allem was bekannt ist koordinieren Frankreich und Großbritannien die Einsätze ihrer insgesamt 7 (GB 4, F 3) ballistischen Atom-U-Boote miteinander. Bezüglich der USA ist keine derartige Absprache bekannt, wahrscheinlich besteht jedoch auch hier eine gewisse Koordination der Einsätze im Rahmen der NATO.
Hat Großbritannien auch biologische und chemische Waffen?
Nein, Großbritannien stellte in den späten 70er Jahren offiziell die Entwicklung von Bio- und Chemiewaffen ein und vernichtete die letzten Bestände 2002. Wie viele andere Länder auch entwickelt das britische Militär allerdings weiterhin Medikamente und Impfstoffe gegen biologische und chemische Kampfstoffe, weswegen geringe Mengen von diesen weiterhin zu Testzwecken vorgehalten werden.
Was hat es mit "Porton Down" auf sich?
Porton Down ist das wohl am besten gehütete Geheimnis des Vereinigten Königreichs. Es ist eine Forschungseinrichtung des britischen Militärs in der nachweislich mit nuklearen, biologischen und chemischen Kampfstoffen gearbeitet wurde. Bis in die 70er Jahre fanden dort Versuche mit hochtoxischen Materialien an Soldaten statt, von denen etliche dabei starben oder schwere Schäden davontrugen. Nachweislich in Porton Down entwickelt wurden beispielsweise das eher harmlose CS-Gas (Tränengas) oder Anthrax als biologischer Kampfstoff. Über die aktuelle Verwendung der Anlage ist nur bekannt, dass dort Impfstoffe gegen biologische Waffen entwickelt werden.
Was jedoch genau in Porton Down ablief oder heute noch abläuft ist reine Spekulation, da der Großteil der Akten weiterhin unter Verschluss liegt. Experten gehen davon aus, dass an keinem anderen Ort der Welt mit so vielen hochtoxische Stoffen gearbeitet wurde/wird wie in Porton Down. In England selber wird der Ort auch gerne als "Doomsday Chamber" (Weltuntergangskammer) bezeichnet. Aufgrund der hohen Geheimhaltungsstufe gibt es zudem etliche Verschwörungstheorien über Außerirdische oder genetisch veränderte "Supersoldaten" in Porton Down.
Was ist "Anthrax Island"?
"Anthrax Island" heißt eigentlich Gruinard Island und liegt vor der Küste Schottlands. 1942 wurde auf ihr umfangreiche Tests mit dem biologischen Kampfstoff Anthrax durchgeführt, die zur totalen Verseuchung der Insel führten, welche deshalb fast 50 Jahre lang ein absolutes Sperrgebiet blieb. Erst 1990 wurde die Insel nach einer kompletten Dekontamination offiziell wieder freigegeben, wobei der Zutritt bis heute streng limitiert ist.
Wieviele Atomwaffen hat Großbritannien?
Die exakte Zahl ist unbekannt und variiert, da kontinuerlich alte gegen neue Systeme ausgetauscht werden und dies nicht immer 1:1 geschieht. Allgemein ist von etwa 200 nuklearen und thermonuklearen Sprengköpfen auszugehen, +/- 20. Eine Reduzierung auf maximal 150 Sprengköpfe ist bis 2025 geplant.
Gibt es noch US-amerikanische Atomwaffen in Großbritannien?
Derzeit lagern noch etwa 100 amerikanische Atombomben auf dem Luftwaffenstützpunkt Lakenheath in Suffolk.
Welche Sprengkraft haben die britischen Atombomben?
Allgemein geht man davon aus, das mindestens vier unterschiedliche Typen von Atomsprengköpfen zwischen 0,3 und 100 Kilotonnen existieren.
Wer kann den Befehl zum Einsatz geben?
Das Kommando zum Abschuss der Atomraketen wird offiziell durch den britischen Premierminister erteilt. Der Monarch als Staatsoberhaupt hat hingegen keine Verfügungsgewalt.
Können die Atomwaffen nur mit Hilfe der USA eingesetzt werden?
Nein, das britische Atomwaffenprogramm ist komplett eigenständig. Zwar nutzt Großbritannien die Trident Atomraketen aus einem gemeinsamen Pool mit den USA, die Sprengköpfe und U-Boote sind jedoch komplett britisch und die USA haben keinen Einfluss auf den Einsatz der Waffen.
Werden die britischen Atomwaffen tatsächlich in einfachen LKW transportiert?
Der Transport zwischen der Basis Coulport und der Atomwaffenfabrik in Aldermaston erfolgt in der Tat per LKW. Hierbei handelt sich um gepanzerte Spezialfahrzeuge die immer in Konvois mit Sicherheitsfahrzeugen und Hubschraubern unterwegs sind.
Sind die Einsatzpläne britischer Atom-U-Boote mit Frankreich und den USA abgesprochen?
Nach allem was bekannt ist koordinieren Frankreich und Großbritannien die Einsätze ihrer insgesamt 7 (GB 4, F 3) ballistischen Atom-U-Boote miteinander. Bezüglich der USA ist keine derartige Absprache bekannt, wahrscheinlich besteht jedoch auch hier eine gewisse Koordination der Einsätze im Rahmen der NATO.
Hat Großbritannien auch biologische und chemische Waffen?
Nein, Großbritannien stellte in den späten 70er Jahren offiziell die Entwicklung von Bio- und Chemiewaffen ein und vernichtete die letzten Bestände 2002. Wie viele andere Länder auch entwickelt das britische Militär allerdings weiterhin Medikamente und Impfstoffe gegen biologische und chemische Kampfstoffe, weswegen geringe Mengen von diesen weiterhin zu Testzwecken vorgehalten werden.
Was hat es mit "Porton Down" auf sich?
Porton Down ist das wohl am besten gehütete Geheimnis des Vereinigten Königreichs. Es ist eine Forschungseinrichtung des britischen Militärs in der nachweislich mit nuklearen, biologischen und chemischen Kampfstoffen gearbeitet wurde. Bis in die 70er Jahre fanden dort Versuche mit hochtoxischen Materialien an Soldaten statt, von denen etliche dabei starben oder schwere Schäden davontrugen. Nachweislich in Porton Down entwickelt wurden beispielsweise das eher harmlose CS-Gas (Tränengas) oder Anthrax als biologischer Kampfstoff. Über die aktuelle Verwendung der Anlage ist nur bekannt, dass dort Impfstoffe gegen biologische Waffen entwickelt werden.
Was jedoch genau in Porton Down ablief oder heute noch abläuft ist reine Spekulation, da der Großteil der Akten weiterhin unter Verschluss liegt. Experten gehen davon aus, dass an keinem anderen Ort der Welt mit so vielen hochtoxische Stoffen gearbeitet wurde/wird wie in Porton Down. In England selber wird der Ort auch gerne als "Doomsday Chamber" (Weltuntergangskammer) bezeichnet. Aufgrund der hohen Geheimhaltungsstufe gibt es zudem etliche Verschwörungstheorien über Außerirdische oder genetisch veränderte "Supersoldaten" in Porton Down.
Was ist "Anthrax Island"?
"Anthrax Island" heißt eigentlich Gruinard Island und liegt vor der Küste Schottlands. 1942 wurde auf ihr umfangreiche Tests mit dem biologischen Kampfstoff Anthrax durchgeführt, die zur totalen Verseuchung der Insel führten, welche deshalb fast 50 Jahre lang ein absolutes Sperrgebiet blieb. Erst 1990 wurde die Insel nach einer kompletten Dekontamination offiziell wieder freigegeben, wobei der Zutritt bis heute streng limitiert ist.
Christopher Kern - 10. Mai, 02:29



