In letzter Zeit gab es in den Medien und Marineforen viele wilde und teils widersprüchliche Berichte über die Flugzeugträger der Queen Elizabeth Class. Zu den beliebtesten gehörte mal wieder, dass angeblich nur noch ein Flugzeugträger gebaut werden soll. Fakt ist, dass die HMS Prince of Wales definitiv gebaut wird, die Frage ist nur wann. Derzeit erwägt die Regierung, die Indienststellung um zwei Jahre zu verschieben, also auf 2018, und/oder die HMS Queen Elizabeth ein bis zwei Jahre später vom Stapel laufen zu lassen. um das Budget vorübergehend zu entlasten. Das Problem würde sich in diesem Fall jedoch nur nach hinten verlagern und sogar noch größer werden, denn letztendlich entstünden hierdurch Mehrkosten von bis zu 130 Mio. Pfund. Wieder einmal ein Geniestreich aus Downing Street.
Die Meldung einer französischen Tageszeitung, wonach die RN und die Marine Nationale überlegen, die Träger eventuell doch mit Atomreaktoren auszustatten, braucht man eigentlich nicht weiter zu kommentieren. Es hat nie einen Entwurf für eine atomgetriebene Variante der Träger gegeben, nicht einmal in Frankreich, und diesen nun spontan aus der Schublade zu zaubern würde an ein Wunder grenzen. Vor einigen Jahren wäre ein Umdenken bezüglich des Antriebs wünschenswert gewesen, doch inzwischen ist es für eine solch dramatische Änderung des Konzepts ein wenig zu spät, sofern die Träger noch im nächsten Jahrzehnt in Dienst gestellt werden sollen.
Viele spekuliert wurde auch (mal wieder) über das neue Kampfflugzeug F-35 Lightning II. Statt der F-35 soll nun laut Medienberichten angeblich eine Marineversion des Eurofighter angeschafft werden. Auch dieses Gerücht, dass seit Jahren regelmäßig wieder aufgewärmt wird, ist völliger Unsinn. Die Royal Navy wird in Kürze drei Vorserienflugzeuge des Typs F-35B Lightning II ordern, mit denen ab Mitte 2009 Tests auf dem Luftwaffenstützpunkt Boscombe Down und auf dem Flugzeugträger HMS Illustrious durchgeführt werden sollen. Nach Abschluss dieser Testreihen soll entschieden werden, ob die neuen Flugzeugträger mit der F-35B ausgestattet werden. Sollte die F-35B die vorgegebenen Anforderungen nicht erfüllen wird jedoch keineswegs auf den Eurofighter zurückgegriffen werden, sondern auf die konventionelle Trägervariante der F-35, die F-35C. In diesem Zusammenhang bestätigte General Kevin O'Donoghue, zuständig für die Beschaffungsprogramme der britischen Streitkräfte, nun auch erstmals, worüber schon lange spekuliert wurde, nämlich die Existenz eines Notfallplans, um die Träger der Queen Elizabeth Class auch noch kurzfristig mit Startkapulten, Fangseilen und Dampfgeneratoren auszustatten. Also, Daumen drücken, dass die F-35B auf ganzer Länge versagt, da die F-35C die mit Abstand bessere Wahl wäre.