Will France hijack the Royal Navy?
Seit den Gesprächen Gordon Browns mit Nikolas Sarkozy im März in London über eine engere militärische Kooperation gibt es die wildesten Spekulationen, wie diese Zusammenarbeit aussehen soll. Von der gemeinsamen Nutzung eines britischen Flugzeugträgers mit Frankreich über eine von Brüssel koordinierte EU Flotte, der Großbritannien dauerhaft einen Teil seiner Kriegsschiffe überlässt bis zu einer kompletten Fusion der britischen und französischen Marine kursieren derzeit viele Stories in den Medien. Doch was ist an all dem wirklich dran?
Sarkozy legte kürzlich Pläne vor, wonach die EU einen eigenen Marineverband erhalten soll, ähnlich den Standing Naval Forces der NATO. Flaggschiff dieser "European carrier group" wäre, nach den vorläufigen (!) Plänen Sarkozys, ein britischer Flugzeugträger. Dies löste in Großbritannien gewisse Befürchtungen aus, dass einer der Flugzeugträger zukünftig nicht mehr unter britischer sondern unter EU-Flagge (und Kommando) fahren würde. Schaut man sich die Sache allerdings einmal nüchtern an, wird schnell deutlich, dass auch Sarkozy keinen so radikalen Plan verfolgt. Selbstverständlich würde Großbritannien, genauso wie jetzt bei den NATO-Verbänden, zu jedem Zeitpunkt die Hoheit über seine Schiffe behalten.
Unabhängig von den EU-Planungen möchten Brown und Sarkozy zukünftig die Kooperation zwischen der britischen und der französischen Marine verstärken. Beide Staaten stehen unter großem Kostendruck und nach Großbritannien wird nun auch Frankreich seine Streitkräfte deutlich verkleinern. Bereits jetzt ist es nicht ungewöhnlich, dass britische Schiffe in französische Trägerverbände integriert werden und umgekehrt, wie erst jüngst beim Manöver ORION 08, bei dem eine französische Fregatte den Flugzeugträger HMS Illustrious begleitete. Solche gemischten Verbände könnten zukünftig häufiger anzutreffen sein, insbesondere da die Verkleinerung beider Flotten zu vorübergehenden Engpässen bei einzelnen Schiffsytpen (vor allem Zerstörern) führen könnte. Solche Lücken könnten dann durch Schiffe der jeweils anderen Nation geschlossen werden.
Auch eine gemeinsame Nutzung eines Flugzeugträgers durch Frankreich und Großbritannien ist durchaus nicht so undenkbar, wie manche derzeit meinen. Die RN erhält 2014 und 2016 zwei neue Flugzeugträger der Queen Elizabeth Class. Frankreich hat derzeit nur einen Flugzeugträger, die Charles de Gaulle, die Planungen für den zweiten (Porte-Avions 2) liegen vorerst auf Eis und er wird voraussichtlich erst 2018 in Dienst gestellt werden. Frankreich hat nun ein großes Problem: seit September 2007 liegt die Charles de Gaulle im Dock und wird dort bis Ende 2008 bleiben. Der französischen Marine steht damit über ein Jahr lang kein Flugzeugträger zur Verfügung. Diese Situation wird sich 2015 wiederholen. Zu diesem Zeitpunkt soll die HMS Queen Elizabeth in Dienst stehen und es besteht weiterhin die Option, sie mit Startkatapulten und Fangseilen auszurüsten. Dieses würden einen Einsatz französischer Rafale-Jets möglich machen. Großbritannien wird zu diesem Zeitpunkt das Problem haben, dass noch nicht genug neue Kampfjets für die QE zur Verfügung stehen werden. Mit einer vorübergehenden gemeinsamen Nutzung, selbstverständlich weiterhin unter britischer Führung, wäre also beiden Seiten geholfen. Bereits 2007 und 2008 operierten italienische, spanische und US-amerikanische Harrier-Jets von der HMS Illustrious aus, wenn auch nur für jeweils wenige Tage.
Wenn auch ein britischer Träger unter EU-Flagge und eine gemeinsame französisch-britische Marine weiterhin ins Reich der Märchen gehören, so sind gemischte Verbände und selbst ein begrenztes "Carrier Sharing" zwischen Frankreich und Großbritannien durchaus denkbar, auch wenn selbstverständlich niemals ein britischer Träger unter französischem Kommando fahren wird, wie das Verteidigungsministerium in London kürzlich noch einmal klar gestellt hat.
Sarkozy legte kürzlich Pläne vor, wonach die EU einen eigenen Marineverband erhalten soll, ähnlich den Standing Naval Forces der NATO. Flaggschiff dieser "European carrier group" wäre, nach den vorläufigen (!) Plänen Sarkozys, ein britischer Flugzeugträger. Dies löste in Großbritannien gewisse Befürchtungen aus, dass einer der Flugzeugträger zukünftig nicht mehr unter britischer sondern unter EU-Flagge (und Kommando) fahren würde. Schaut man sich die Sache allerdings einmal nüchtern an, wird schnell deutlich, dass auch Sarkozy keinen so radikalen Plan verfolgt. Selbstverständlich würde Großbritannien, genauso wie jetzt bei den NATO-Verbänden, zu jedem Zeitpunkt die Hoheit über seine Schiffe behalten.
Unabhängig von den EU-Planungen möchten Brown und Sarkozy zukünftig die Kooperation zwischen der britischen und der französischen Marine verstärken. Beide Staaten stehen unter großem Kostendruck und nach Großbritannien wird nun auch Frankreich seine Streitkräfte deutlich verkleinern. Bereits jetzt ist es nicht ungewöhnlich, dass britische Schiffe in französische Trägerverbände integriert werden und umgekehrt, wie erst jüngst beim Manöver ORION 08, bei dem eine französische Fregatte den Flugzeugträger HMS Illustrious begleitete. Solche gemischten Verbände könnten zukünftig häufiger anzutreffen sein, insbesondere da die Verkleinerung beider Flotten zu vorübergehenden Engpässen bei einzelnen Schiffsytpen (vor allem Zerstörern) führen könnte. Solche Lücken könnten dann durch Schiffe der jeweils anderen Nation geschlossen werden.
Auch eine gemeinsame Nutzung eines Flugzeugträgers durch Frankreich und Großbritannien ist durchaus nicht so undenkbar, wie manche derzeit meinen. Die RN erhält 2014 und 2016 zwei neue Flugzeugträger der Queen Elizabeth Class. Frankreich hat derzeit nur einen Flugzeugträger, die Charles de Gaulle, die Planungen für den zweiten (Porte-Avions 2) liegen vorerst auf Eis und er wird voraussichtlich erst 2018 in Dienst gestellt werden. Frankreich hat nun ein großes Problem: seit September 2007 liegt die Charles de Gaulle im Dock und wird dort bis Ende 2008 bleiben. Der französischen Marine steht damit über ein Jahr lang kein Flugzeugträger zur Verfügung. Diese Situation wird sich 2015 wiederholen. Zu diesem Zeitpunkt soll die HMS Queen Elizabeth in Dienst stehen und es besteht weiterhin die Option, sie mit Startkatapulten und Fangseilen auszurüsten. Dieses würden einen Einsatz französischer Rafale-Jets möglich machen. Großbritannien wird zu diesem Zeitpunkt das Problem haben, dass noch nicht genug neue Kampfjets für die QE zur Verfügung stehen werden. Mit einer vorübergehenden gemeinsamen Nutzung, selbstverständlich weiterhin unter britischer Führung, wäre also beiden Seiten geholfen. Bereits 2007 und 2008 operierten italienische, spanische und US-amerikanische Harrier-Jets von der HMS Illustrious aus, wenn auch nur für jeweils wenige Tage.
Wenn auch ein britischer Träger unter EU-Flagge und eine gemeinsame französisch-britische Marine weiterhin ins Reich der Märchen gehören, so sind gemischte Verbände und selbst ein begrenztes "Carrier Sharing" zwischen Frankreich und Großbritannien durchaus denkbar, auch wenn selbstverständlich niemals ein britischer Träger unter französischem Kommando fahren wird, wie das Verteidigungsministerium in London kürzlich noch einmal klar gestellt hat.
- EurActiv - Frankreich will EU-Verteidigungspolitik wiederbeleben
- Daily Telegraph - RN warships may form part of EU fleet
- EURSOC - One Of Our Aircraft Carriers Is Missing
- Daily Mail - France set to hijack our Royal Navy
- BBC News - Brown denies French navy merger
- BBC News - Sarkozy: We are stronger together
Christopher Kern - 27. Jun, 00:44


