New Raiding Craft for the Royal Marines
In den vergangenen Jahren gab es nur einen Bereich der Royal Navy, der keinerlei Kürzungen in Kauf nehmen musste und stattdessen sogar deutlich ausgebaut wurde: die amphibischen Streitkräfte. Mit dem Hubschrauberträger HMS Ocean, dem de facto Hubschrauberträger HMS Ark Royal, zwei Docklandungsschiffen der Albion Class, vier Docklandungsschiffen der Bay Class sowie beträchtlichen zusätzlichen Kapazitäten an Bord der RFA Argus, der Flottenversorger der Fort Victoria Class und der zukünftigen Zerstörer der Daring Class steht dieser Bereich, auch im internationalen Vergleich, so gut da wie kein anderer der Royal Navy. In den vergangenen Jahren wurden zudem neue Hochgeschwindigkeitsboote und LCU MK10s-Landungsboote für die Royal Marines beschafft und in Kürze wird ein Auftrag für neue Hovercrafts als Ersatz für die derzeitigen Griffon 2000TD ausgeschrieben werden.
Bei all diesen Anschaffungen fiel eine wichtige Forderung der Marines allerdings lange Zeit unter den Tisch, nämlich die Beschaffung besser gepanzerter und bewaffneter Patrouillenboote für Flüsse und Küstengewässer sowie zum Schutz von Boarding Teams. Nachdem Patrouillen der Marines im Irak mehrfach unter feindlichen Beschuss gerieten erkannte das Verteidigungsministerium jedoch schließlich die Notwendigkeit dieser Einheiten. Die ersten der neuen, verbesserten Raiding Craft wurden nun beim 539 Assault Squadron der Royal Marines in Dienst gestellt. Gegenüber den oben genannten Neuanschaffungen sind die luftverlegbaren Boote mit einem Stückpreis von £200,000 spottbillig. Dies zeigt einmal mehr, dass gelegentlich auch simples und kostengünstiges Equipment die Leistungsfähigkeit der Streitkräfte erheblich erhöhen kann. Dies gerät bei den Milliardenschweren Beschaffungen überteuerter Zerstörer und U-Boote nur allzu leicht in Vergessenheit. Es muss auch heutzutage nicht immer teuere Hightech sein.

